Als ich ihm das erste Mal begegne, stehen wir zusammen hoch
oben auf einem Gerüst und bedienen eine Vorrichtung, deren Zweck mir nicht klar
ist.
Ambrosius wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht und
sagt, darüber würde er sich keine Gedanken machen.
Er trägt ein härenes Hemd, dazu so ganz nette Stiefel und
auf dem kahlgeschorenen Schädel ein scharlachrotes Barett, das mir gut gefällt.
Ambrosius sagt, dass er ein neues Leben anfange in der
einzigen Kirche des Ortes, an dem wir jetzt wohnen. Vor allem will er
vergessen.
Auf seinem Hals leuchtet eine ziemlich dicke Narbe, aber
danach frage ich lieber später.
Ab und an begegnen wir uns beim
Schlachter oder unvermittelt in einer dunklen Ecke.
Ambrosius lädt mich auf einen
Becher Branntwein ein. Wir reden über die Hitze, den Gestank, die neuen
Posaunen und haben den selben Lieblingsmaler: Hieronymus Bosch.
Einmal durchqueren wir eine
Dünenlandschaft, und Ambrosius sagt, dass er zuviel arbeite in letzter Zeit.
Ich bin überrascht, denn ich hörte, die Vorrichtung sei inzwischen abgeschafft
worden.
Ein anderes Mal frage ich ihn,
ob er mir vielleicht eine Haut gerben kann.
Ein anderes Mal treten wir einen
riesigen Blasebalg, und ich habe Liebeskummer. Ambrosius zerschmettert mir die
Kniescheibe, was ganz schön weh tut, und findet, dass ich mir den falschen
Zeitpunkt aussuche. Für den Abend leiht er mir sein Barett. Am liebsten würde
ich mir selbst so eins kaufen, aber dafür ist es zu spät.
Dass ich nun fortziehen muss,
macht mich sehr traurig, auch wegen Ambrosius. Zum Abschied schenke ich ihm
meinen Werkzeugkasten, den ich wohl nicht mehr brauchen kann.
Ich wohne dann an einem seltsamen Ort und denke viel nach.
Ambrosius kommt mich besuchen. Er hat jetzt ein schlimmes Bein. Wir singen die
ganze Zeit Kirchenlieder, und mein Mitbewohner meint, ich solle mal ins Gesangbuch
gucken, das seien gar keine Kirchenlieder.
Ambrosius sieht jetzt immer Würmer, sagt er.
Abends sind wir auf einer Art
Beerdigung. Auf dem Klo fasst mich Ambrosius am Handgelenk und sagt, dass ein
guter Freund von ihm gestorben sei. Dabei schaut er mich vorwurfsvoll an. Ich
schenke ihm ein hartgekochtes Ei, und wir gehen wieder rein zur Musik.
Seitdem ist eine Ewigkeit
vergangen.
Neulich wollte ich ihm noch mal
schreiben, aber die Buchstaben verwandelten sich in Heuschrecken und flogen
davon. Ein Bote berichtet, dass Ambrosius verlegt worden sei. Wenn ich mal
hinabfahre, könnte ich bei ihm vorbeischauen.